„Nun sag, wie hast du’s mit der Zukunft?“: Eine Frage, frei nach Goethes „Faust“, die nicht aktueller sein könnte. In einer Zeit, in der Krisen, Unsicherheit und Anpassungsdruck den Alltag prägen, wächst bei vielen Menschen das Bedürfnis nach Orientierung und positiven Perspektiven. Die Zeller Schlossgespräche am 26. Februar und 12. März im Schloss Zell an der Pram möchten dazu ermutigen, kritisch nachzudenken, und zugleich die Hoffnung wecken: Die Zukunft ist gestaltbar – wenn wir sie gemeinsam anpacken.
Zukunftsforscher, Paralympics-Sieger und Theologin gemeinsam auf der Bühne
Das zweite der Zeller Schlossgespräche 2026 am Donnerstag, 12. März, beginnt mit Beiträgen von Schüler:innen des BORG Schärding, die ihren ganz eigenen Blick auf Zukunftsfragen präsentieren. Anschließend gestaltet der Salzburger Zukunftsforscher Hans Holzinger die Keynote zum Thema „Mut zum Wandel: Hoffnung leben, Zukunft gestalten“. Er zeigt, dass Empathie und der Wunsch, etwas zu bewirken, zentrale menschliche Kräfte sind. Es folgt eine Podiumsdiskussion mit Walter Ablinger, Paralympics-Sieger und Vorbild für Lebensmut nach einer Querschnittlähmung, sowie der Theologin Melanie Wurzer. Unter der Leitung von Eva Bauernfeind-Schimek wird die Diskussion anschließend für das Publikum geöffnet. Veranstaltungsbeginn ist um 19:30 Uhr.
Gemeinschaftliche Einladung zur Auseinandersetzung mit Zukunft
Die Zeller Schlossgespräche finden seit 2018 alle zwei Jahre statt, veranstaltet vom Bildungsschloss Zell/Pram, den Pfarren Pramtal und Schärding, Fachbereich Gesellschaft und Soziales der Diözese Linz, Caritas und Katholisches Bildungswerk. Sie verstehen sich als gemeinschaftliche Einladung zum Perspektivenwechsel und zur Auseinandersetzung mit Zukunft in konstruktiver, lebendiger Form.
Karten
Vorverkauf Erwachsene € 18,00 Jugendliche bis 19 frei
Abendkasse Erwachsene € 22,00 Jugendliche bis 19 frei
Tickets für die Veranstaltung sind unter +43 732 7720 51200, oder unserer E-Mail schloss-zell.post@ooe.gv.at sowie in Pfarrämtern Andorf und Schärding erhältlich.
Eine Veranstaltung von Pfarre Pramtal und Schärding, Schloss Zell an der Pram, Theologische Erwachsenenbildung und Weltreligionen, Caritas, Katholisches Bildungswerk
Beim Seminar „Sanft durch Tag und Nacht“ mit Trainerin Yarina Gurtnervon 27. Februar bis 1. März 2026 in Schloss Zell an der Pram erforschen die Teilnehmer:innen ihre Körperwahrnehmung bei Tag und bei Nacht, entdecken die Intelligenz ihres Körpers neu und lernen, wie sie Bewegung und Ruhe in Einklang bringen können
5 Fragen an Trainerin Yarina Gurtner
Wie helfen die sanften Bewegungsabfolgen dabei, die eigene Körperwahrnehmung im Alltag bewusster zu nutzen?
Yarina Gurtner: Es geht darum, das Gespür für den Körper zu schulen. Dies erfolgt über die Aufmerksamkeit, indem wir dem Körper und den Bewegungsmöglichkeiten sanft und wertfrei nachspüren. Über mühelose Bewegungsabläufe werden Informationsangebote an unser Nervensystem gesendet, welche unsere Handlungsmöglichkeiten erweitern. Bewegungsmuster werden auf diese Weise nicht nur lokal verbessert, sondern in die gesamte Organisation des Bewegungsapparates integriert. Über das Erforschen des Körpers wird gleichzeitig eine Lernerfahrung möglich. Das Gelernte wird integriert und steht bei Bedarf zur Verfügung.
Was unterscheidet die Kombination aus Feldenkrais und Mikrobewegungen von anderen Entspannungs- oder Körperwahrnehmungsmethoden?
Die Mikrobewegungen stimulieren das reduzieren von Anstrengung, das Aufhören mit dem Tagesgeschehen. Den Übergang zum Schlafmodus. Aber auch den Rückweg ins Wach werden. Die Feldenkraismethode basiert auf dem Prinzip, dass jede Bewegung dann funktional gut organisiert ist, wenn sie umkehrbar ist. Dieses Prinzip machte sich Michael Krugmann, der Begründer des Sounder Sleep Systems zunutze, um Schlafstörungen entgegenzuwirken.
So gesehen ist das Einschlafen und reduzieren von Anspannung ähnlich wie das Aufwachen, Anregen und aufbauen von Anspannung, nur eben umgekehrt. Dieses einfache Prinzip bietet eine Möglichkeit, zwischen den beiden Zuständen als gleichwertige Zustände hin und her zu reisen, um so den Weg vom Schlafen ins Wachen und umgekehrt spürbar zu machen. Erwirbt der Körper diese Kompetenz durch regelmäßige Übung, stellt sich die natürliche Balance zwischen Aktivität und Passivität ein. Dies führt zu mehr Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Selbstzufriedenheit, Resilienz. Es handelt sich nicht um kosmetische Tricks, die wenn man sie richtig macht, funktionieren. Es geht darum, sich selbst auf die Spur zu kommen.
In anderen Methoden und Techniken wird über die Wiederholung oft trainiert und Verbesserung herbeigeführt. Nicht so in der Feldenkraismethode. Die Aufmerksamkeit ist der Schlüssel. Der Knopf kann heute, morgen oder in 2 Wochen aufgehen. Jederzeit. Man orientiert sich hier an somatischen Lernprozessen, ähnlich wie sie Babys durchlaufen. Sie spüren, spielen, wiederholen, gehen duch Frust, machen pausen, schlafen. Und starten nach Lust und Laune am nächsten Tag wieder. Ohne fixe Wiederholungssätze. Im Feldenkrais ist der Lernprozess ähnlich.
Welche Erfahrungen haben andere Teilnehmende damit gemacht, zwischen wacher Präsenz und Entspannung hin- und herzuschalten?
Die meisten Teilnehmer:innen melden zurück, dass sie im Alltag durch diese regelmäßige Übung eine hohes Maß an Gelassenheit erlangen. Das Hin- und Herschalten ist ja nicht auf Knopfdruck. Aber es geht darum, sich mit dem Weg zum Aufhören oder eben zum Wachwerden auseinanderzusetzen. Meist ist das Aufhören das Schwierigere, daher erlebe ich oft, wie Menschen nach und nach lernen, in Stufen ihre Aktivität je nach Wunsch höher oder niedriger zu dosieren. Aber es geht nicht ums Hin- und Herschalten. Es geht darum, dem Körper zu ermöglichen, sich auszuruhen, wenn Ruhe gebraucht wird. Dies kann auch im Sitzen und im Stehen geübt werden. Es geht darum, sich in die Absichtslosigkeit zu erlauben.
Welche Entdeckungen über den eigenen Körper überraschen Teilnehmende am meisten während des Seminars?
Dass weniger mehr ist, viel mehr. Dieses Motto wird im Kurs sehr deutlich spürbar. Weniger Anstrengung erlaubt mehr Lernerfahrung. Mehr Lernerfahrung bedeutet mehr Kreativität. Mehr Kreativität bedeutet mehr Handlungsspielraum. Mehr Handlungsspieraum ermöglicht dem Nervensystem Optimierung. Aber man beginnt bei sich selbst. Komplett ohne Leistungsdruck. Leistung ist hier nicht gefragt. Eher Antileistung. Dabei kann man nichts richtig oder falsch machen. Der Körper und die Bewegung in Kombination mit der Wahrnehmung sind der Schlüssel zu sich selbst. Auch, wenn man zu Beginn spürt, dass man nichts spürt. Das ist okay.
5 Adjektive, die Sie als Person beschreiben?
Neugierig. Lösungsorientiert, strukturiert, kreativ, geduldig. Und sehr gesellig!
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